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Kulturelle Ausflüge
Die schon früher sehr beliebten Heimatdienstfahrten wurden
im Jahre 2006 wieder neu aufgenommen und erfreuen sich seit
dem einer ungebrochenen Beliebtheit. Organisatoren dieser
Tages- und Mehrtagestouren sind Hanna und Josef Roth aus
Liebenstein. 2007 z.B. gab es insgesamt drei Fahrten:
Blütenfahrt
nach Südtirol
Das Frühlingserwachen auf der anderen Seite der Alpen ist
ein ganz besonderes Erlebnis, nicht zuletzt wegen der
herrlichen Obstblüte. Die Fahrt fand vom 20. bis 21. April
statt und war bis auf den letzten Platz ausgebucht, und das
schon Wochen vorher. Die Strecke führte die bunt gemischte
Gruppe von Hindelang übers Joch nach Reutte und über den
Fernpass, um anschließend über den Reschenpass, vorbei am
Reschensee und seinem berühmten Kirchturm im See, nach
Schluderns zu führen. Dort konnte die Churburg besichtigt
werden. "Die Churburg, auf italienisch Castel Coira, ist
eine hochmittelalterliche Burg (erbaut 1250) oberhalb der
Gemeinde Schluderns. Sie ist die am besten erhaltene und am
meisten besuchte Burg in Südtirol und steht in mitten von
Apfelplantagen." Nach diesem ersten Höhepunkt ging es
weiter nach Laas, von dort nach Schlanders und ins
Martelltal, wo übernachtet wurde.

Am zweiten Tag folgte ein Spaziergang durch die Obstgärten
bis nach Latsch, wo in der Spitalkirche zum Heiligen Geist
der berühmte Lederer-Altar, ein Meisterwerk spätgotischer
Schnitzkunst, bewundert werden konnte. Später besuchte die
Gruppe noch den Botanischen Garten von Schloss
Trauttmannsdorff bei Meran: "Mildes Klima und südländischer
Pflanzenreichtum können mitunter Wunder wirken. Das machten
sich die Ärzte in Meran bereits um die Mitte des 19.
Jahrhunderts zu Nutze, als sie Erholung suchende Kurgäste
aus ganz Europa betreuten. Prominentester Gast war Kaiserin
Sisi von Österreich, die ihr Winterdomizil in Schloss
Trauttmansdorff bezog. Heute erstreckt sich rund um diesen
historischen Ort der botanische Garten. Am östlichen
Stadtrand Merans gelegen und von einem Flaumeichenwald
begrenzt, dehnt er sich über zwölf Hektar aus." Die
Heimreise ging über den Brenner und Insbruck zurück.

Silbertal
Die zweite Fahrt des Jahres fand am 15. September statt und
war ebenfalls im Voraus ausgebucht. Ziel war das Montafon
im Vorarlberg mit seinem Silbertal. Die Fahrt ging von
Hindelang nach Bregenz, und von dort über Bludenz nach
Schruns, der Hauptstadt des Montafon. Von Schruns gings
dann hinauf ins ca. 900 m hoch gelegene Silbertal. Dort
wurde in die Kristbergbahn umgestiegen, welche die Gruppe
auf 1442 m Höhe transportierte. Von dort oben hat man einen
guten Blick auf den Rätikon und den Verwall. Zurück im Tal
gings weiter zur Kirche zur heiligen Agatha auf dem
Kristberg. "Sie ist die älteste der jetzt stehenden Kirchen
im Montafon, wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts erbaut
und verdankt ihre Entstehung dem Bergbau.

Nach einer Sage sei an dieser Stelle ein Bergwerksstollen
gewesen, der während der Arbeiten eingestürzt sei und viele
Bergknappen lebendig begraben habe. Unter den Trümmern des
eingestürzten Stollens hätten die Verschütteten den Bau
einer Kirche zur Ehre der heiligen Agatha (Schutzpatronin
der Bergknappen!) versprochen, falls sie gerettet würden.
Die Rettung sei gelungen und die Bergleute hätten ihr
Versprechen gehalten. Soweit die Sage. Sicher aber ist,
dass der Bau dieser Kirche auf der damals vereinsamten Höhe
mit der seelsorglichen Betreuung der Bergknappen
zusammenhing." Nach einer sehr aufschlussreichen Führung
des Bergknappen Adolf Zudrell ging es dann per Pedes nach
Innerberg. Nach einer Mittagspause wartete schon die zweite
Führung in der Pfarrkirche Bartholomäberg: "Sehenswert ist
die von 1729 (Grundsteinlegung) bis 1743 (Einweihung) im
Stile des Barock erbaute Pfarrkirche zum Hl. Bartholomäus
und zur Hl. Anna. Die Wahl der Patrone weist schon auf
einen möglichen Zusammenhang mit dem Bergbau hin und auch
die für eine Dorfkirche ungewöhnlich prunkvolle Ausstattung
der Bartholomäberger Pfarrkirche könnte ein Indiz für
diesen Zusammenhang sein. Bemerkenswert sind die
spätmittelalterlichen Relikte (Sakristei und Sakristeitüre,
das romanische Vortragekreuz aus der ersten Hälfte des 13.
Jahrhunderts (in Limoges, Südfrankreich gefertgt), der
spätgotische Knappenaltar aus dem frühen 16. Jahrhundert
sowie die Höhepunkte regionaler Barockkunst wie vor allem
die von Andreas Kölle aus dem Tiroler Oberland gestalteten
Altäre, Figuren und Kanzel (vor der Mitte des 18.
Jahrhunderts). Gemeinsam mit der übrigen Ausstattung
(Kassettendecke mit Vierzehn Nothelfern, Chorbogenfiguren
mit den Kirchenpatronen, Fresko im Chor von Jakob Bertle,
Empore mit der Graß-Orgel von 1792) bietet sich dem
Betrachter ein imposantes Bild einer in Vorarlberg nicht
vergleichbaren Dorfkirche."

Eine anschließende Kaffeepause stärkte die wissbegierdigen
Reisenden für eine letzte Besichtigung und Führung, die der
Wallfahrtskirche "Zu Unserer Lieben Frau Mariä
Heimsuchung", welche 1986 zur Basilika minor erhoben wurde.
"Sie stellt das burgähnliche Wahrzeichen Rankweils dar und
war vor über 1.000 Jahren eine Dienstmannenburg des
karolingischen-fränkischen Hochadels, später der Montforter
Grafen. Schon seit dem frühen 13. Jahrhundert ist hier eine
Wallfahrtsstätte nachgewiesen. Aus dieser Zeit stammen das
"Kümmerniskreuz" und der hölzerne Kern des "Silbernen
Kreuzes", der 1780 in eine silberne Hülle gefasst wurde.
Das eigentliche Gnadenbild, Maria mit Kind, wurde 1470 von
Johannes Rueland aus Opfenbach im Allgäu geschaffen." Nach
so viel Kultur gings dann auch schon wieder heim ins
Ostrachtal.
Aufgrund der großen Nachfrage wurde diese Reise am 18.
September noch einmal wiederholt, doch leider spielte
diesmal der liebe Petrus nicht so ganz mit. Trotzdem war
auch diese "Wiederholungstat" ein voller Erfolg!
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